KATTMANN, eine Familie aus Ladbergen


KATTMANN



Auf dem Hof Kattmann in Ladbergen-Hölter verbrachte ich meine Kindheit.

In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden nebenan die Häuser der Erpenbecker Siedlung. Hier wurde ich 1960 geboren und lebte dort bis zu meinem 17. Lebensjahr. Die Kinder des damaligen Bauern waren in meinem Alter. Überhaupt gab es reichlich Kinder meines Alters in der Erpenbecker Siedlung!

Was lag näher als bei Kattmanns zu spielen?

 Wir spielten "Verstecken mit Ball weg"(-schießen) und nutzten dazu die gesamte Hoffläche, aber auch alle Gebäude des Gehöfts.

  • Beim "Cowboy und Indianerspiel" wurden wir von den hoch gestapelten Strohballen der Scheune "heruntergeschossen" und purzelten "schwer getroffen" herunter. Seid vorsichtig hieß es, aber meines Wissens hat sich keines der Kinder jemals größer verletzt.
  • Zum Fußball trafen wir uns auf der Wiese vor dem Haus. Jacken oder Stöcke als Torpfosten genügten. Niemand verscheuchte uns, wenn wir mal wieder laut kreischend unsere Tore feierten.
  • Eine Sandkuhle-mitten auf der Wiese-hinter der Scheune lud zum Hölenbau ein. Diese wurde uns aber von irgendwelchen Erwachsenen immer wieder zerstört. Es war auch wirklich nicht ungefährlich in eine meterlangen Höhle zu krabbeln, wenn darüber noch einiges an Erdreich war und die Kühe auf der Wiese "im Obergeschoss" liefen.

Kinder sind so wunderbar unbesorgt...


eine kleine Hofgeschichte

(erstellt aus den Informationen der Ladberger Kirchenbücher und einer genealogischen Arbeit von Hermanda Fiegenbaum, Münster)


1. Generation

Erich Kattmann (1924-2013)

war der jüngste Sohn der Eheleute Kattmann-Wierwille und der Bauer meiner Kindheit

2. Generation (Kattmann Wierwille)

Hermann Heinrich Wilhelm Kattmann (*06.06.1875) war der älteste und einzig überlebende Sohn seiner Eltern (Bierbaum-Kattmann) und der Vater des mir noch sehr gut bekannten und oben genannten Erich Kattmann (1924-2013). Mit dem Tod des Vaters hatten er und seine Frau, Friederike Wilhelmine geb. Wierwille,  am 16.11.1924 den Hof geerbt. 1936 baute das Paar eine neue Kornscheune. Die Baugeschichte des ebenfalls auf dem Hof befindlichen Schweinestalls und des Backhauses lassen sich leider nicht ermitteln. Das Backhaus weist eine Beschriftung von 1823 auf. Nur dadurch und durch die Namensnennungen im Gebälk (Huckriede und Vohs) ist aber kein Zeitraum der Errichtung auf dem Hof zu ermitteln. Wahrscheinlich wurde das Gebäude irgendwann auf Abbruch angekauft und am jetzigen Ort wiedererrichtet. Zum Beginn des 2. Weltkriegs gehörten fast 30ha und drei Heuerhäuser zum Hof.

3. Generation (Bierbaum-Kattmann)

Christine Elsabein Kattmann (1847-1901), Hermanns Mutter, war die Anerbin der Eheleute Kattmann-Schröer und deren Nichte. Sie war die Tochter der Eheleute Kattmann-Fiegenbaum und heiratete am 11. September 1874 den Heinrich Wilhelm Bierbaum (1849-1924), der im Folgenden "Kattmann" genannt wurde. Gemeinsam hatte das Paar sieben Kinder.

4. Generation (Kattmann-Schröer)

Colon Hermann Heinrich Wilhelm Kattmann (1818-1889), Christines Erblasser, war ein Sohn der Coloni Kattmann-Suhre. Er war 1847 nach den USA ausgewandert und hatte wohl dort auch seine Frau, Marie Elisabeth Schröer (1825-1895), geheiratet. Um das Erbe seiner Eltern anzutreten, kehrten er und seine Frau aber 1856 nach Ladbergen zurück und mit Zustimmung des Gemeinderathes und einer Verfügung der münsterschen Regierung wurde das Paar am 30.12.1856 wieder in den "Preußischen-Unterthanen-Verband" aufgenommen. In Ladbergen wurden den Eheleuten Kattmann-Schröer zwar zwei Kinder geboren, diese starben aber als Kleinkind an der "Bräune" (Diphterie). Eigentlich sollte deshalb Bernhardine Marie Friederike Kattmann (*1860), eine Tochter der Eheleute Kattmann-Hildebrand den Hof erben. Bernhardine kam auch "an Kindes statt" zu ihrem Onkel, als sie 1880 jedoch den Wilhelm Friedrich Lagemann heiratete, enterbten die Coloni Kattmann-Schröer sie und übergaben den Hof an Christine Elsabein Kattmann.


1885

Das alte Wohnhaus brannte nach einem Blitzeinschlag ab!

Direkt nebenan wurde das neue Haus erbaut. Von diesem Ereignis, zu Zeiten der Coloni Kattmann-Schröer, zeugt die Jahreszahl an der Dielentür des Hauses.


Frühere Generationen bestanden aus den Familien:

5. Generation: Kattmann-Suhre

6. Generation: Kattmann-Krämer

7. Generation: Kattmann-Kröger

8. Generation: Kattmann-Schmitt (bisherigen Stammeltern)