KLAASSEN


KLAASSEN


Jan Tjaden beschreibt in seinem Buch, "Ostfriesland; Vom Leben unserer Vorväter zwischen Meer und Moor" die Ostfriesen als:

Zielstrebig, beharrlich und unaufgeregt, Eloquenz ist wenigen gegeben, nüchtern ist ihr Urteil, bisweilen auch sarkastisch, ausgeprägte Selbstständigkeit und Entschlusskraft, "Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott", als Pioniere die ihre Grenzen hinausschieben prädestiniert

Ich sehe hier das ein oder andere Mitglied unserer Familie trefflich beschrieben...


Ursprünglich, jedenfalls lt. heutigem Forschungsstand, stammen meine/unsere väterlichen Vorfahren aus dem Südbrookmerland, einem moorigen Gebiet bei Aurich. Sie waren dort wohl vielfach in der Moorkolonisation beschäftigt, um eine eigene Scholle zu erarbeiten.

Im Moormuseum von Moordorf kann man noch heute einen Eindruck von der schweren Arbeit unserer Vorfahren gewinnen und ein kleiner Handyfilm vom "Ewigen Meer" soll etwas von der Schönheit des Moors verdeutlichen.

Erste Nennung: Nach der Weihnachtsflut vom 25. Dezember 1717 wurde, um die riesigen Schäden dieser Flut beseitigen zu können, im Jahr 1719 eine Kopfsteuer/Kopfschatzung ausgeschrieben. In Wiegboldsbur wurden registriert:

  • Tagelöhner Hinrich PETERS und seine Frau, Elisabeth TIARTS (klick hier

Die frühesten Vorfahren

Sie wurden "patronymisch" nach ihren jeweiligen Vätern benannt und führten nicht unseren heutigen Familiennamen!

Erst Napoleon verbot diese Namensgebung.

  1. "Peter aus Wiegboldsbur"
    • ​​ist eine "konstruierte Person"
    • "Peter" gem. der patronymischen Namensregel vom Sohn, Hinrich PETERS, abgeleitet
    • der "Familienname" ist konstruiert, weil er vielleicht, wie sein Sohn, in Wiegboldsbur lebte oder geboren wurde?
  2. "Hinrich Peters" wurde als Wiegboldsburer Tagelöhner in der Kopfschatzung von 1719 genannt
    • er war mit Elisabeth Tiarts verheiratet und starb am 11. November 1742 auch in Wiegboldsbur
    • In der Kopfschatzung von 1719 wurden nur Kinder von 12 Jahren und älter registriert und weil zu Hinrich Peters noch keine Kinder genannt wurden, kann seine Hochzeit frühestens 1707 (1719 minus 12) stattgefunden haben!
  3. "Peter Hinrichs" wurde 1726 in Wiegboldsbur geboren. Dort war er mit Altjen geb. Hinrichs aus Victorbur (1726-1799) verheiratet
    • Um 1760 verzog er aber mit seiner Familie von Wiegboldsbur nach Victorbur, wo er 1768 verstarb
    • Peter Hinrichs wurde in Victorbur als "erbgesessener Hausmann" (=lange ortsansässige Besitzer von Hofstellen) bezeichnet
    • Vielleicht übernahm er eine Hofstelle aus der Familie seiner Frau? Sein Schwiegervater war der Hinrich Claessen, verheiratete mit Antje oder Gretje Tönjes-beide aus Victorbur!
    • Bereits der erste, 1760 in Victorbur geborene Sohn wurde Claes genannt. Er starb aber im Jahr seiner Geburt und auch der zweite 1761 in Victorbur geborene Sohn erhielt diesen Vornamen: 
  4. "Claes Peters" (1761-1798 in Victorbur) wird die Hofstelle seiner Eltern verlassen haben?
    • Seine Nachkommen wurden zuerst patronymisch "Claassen" genannt und dieser Name wurde in der Folge des Code Napoleon auch zu unserem bleibenden Sippennamen, mit diversen Schreibvarianten ​
  • ​​"Jibbe Peters" (1765-1808 in Victorbur) war der jüngere Bruder von Claes Peters. 
    • Er erbte die elterliche Hofstelle
    • Anfangs wurden seine Nachkommen patronymisch "Jibben" genannt
    • In der Folge von Napoleons Gesetzgebung und wohl wegen des ausgeübten Berufs nahmen Nachkommen aber den bleibenden Familiennamen "Zimmermann" an. ​
      • Ein Nachkomme, Edo Zimmermann, war der Wirt der Auricher Gaststätte/Hotel "Goldener Hirsch" mit angeschlossener Hengststation (heute: Arno´s Hirsch). Die Hengststation wurde später in Moordorf weitergeführt und Edo Zimmermann war in und um Moordorf eine sehr bekannte Persönlichkeit, ein "Moordorfer Original"! 
      • Eine Suurhuser Gaststätte wurde von Edo´s Bruder Heye und nach dessen Tod von Heye´s Sohn, ebenfalls ein Edo Zimmermann, geführt

Ein früher Urhof unserer Familie in Ost-Victobur

Peter Hinrichs (1726 - 1768) musste, wie alle Hausbesitzer, sein Haus in Ost-Victorbur Nr. 63 nach oder ab 1768 gegen Feuer versichern. "Friedrich der Große" hatte diese sicherlich sehr sinnvolle Versicherung für alle Hausbesitzer verpflichtend angeordnet!

Peter Hinrichs starb aber noch im Jahr der ersten Feuerversicherung und seine Frau Altjen geb. Hinrichs heiratete am 25. Februar 1769 in ihrer zweiten Ehe den Weet Janssen. Mit ihm führte sie den noch kleinen Hof weiter, ehe der jüngste Sohn aus der Ehe mit Peter Hinrichs, Jibbe Peters (1765-1808), ihn übernahm.

Durch die Unterlagen der Ostfriesischen Brandkasse konnte ich trotz weiterer Bebauung und der mehrfach veränderten Nummerierung den Nachfolgehof als einen ersten, heute noch bestehnden Urhof unserer Familie feststellen.

Fotos von Thomas Peters, Dankeschön!

oben aus dem Buch: "Aus vergangenen Zeiten Ost-Victorbur" von Christine Günnel: "hinterm alten Haus; das neue Haus wurde 1936 fertiggestellt"

 

Auf einer alten Karte von ca. 1870, ist die Lage der Besitzungen >Zimmermann-Jibben Erben (Nr. 59)<, bzw.  >Ede Jibben-Zimmermann (Nr. 61)< in Ost-Victorbur zu sehen.

Ganz in der Nähe (in der Karte: oben-rechts) wohnte auch eine Familie "Kuhlmann". Claes Peters heiratete 1789 Antje (Ancke) Aggen Cuhlmann, Tochter von Agge Harms Culemann und Deepke Lübben. Zum Nachbarn wird wohl mindestens eine entfernte, verwandtschaftliche Verbindung bestanden haben!?


Die Familie von Peter Hinrichs

Ausschließlich die Söhne Claes und der Hoferbe Jibbe erreichten das Erwachsenenalter. Nur sie begründeten eigene Familien.

Bei ihren Hochzeiten (beide 1789) wurden Claes als ältester und Jibbe als jüngster Sohn ihrer Eltern in die entsprechenden Kirchenbücher (Victorbur und Marienhafe) eingetragen.

Einer Namenslinie folgend heißen die Nachommen:

Im Brandkassenregister wurden nach 1768 als Versicherungsnehmer und Erben des Urhofs registriert:

  • 1768 Peter Hinrichs (starb im Jahr der ersten Pflichtversicherung)
  • Weet Janssen (2. Ehemann d. Altjen Hinrichs, Wwe. d. Peter Hinrichs) mit Jibbe Peters (Sohn aus 1. Ehe)
  • Ede Jibben
  • Jibbe Eden Zimmermann
  • 1878 Ede Jibben Witwe und Gerd Heyen Aden
  • ab 1889 Gerd Heyen Aden und Nachkommen

Einer der Urenkel von Jibbe Peters, Jibbe Folkerts Zimmermann, starb 1963 mit 77 Jahren. Wiederum dessen Enkel erzählte mir in einem persönlichen Gespräch dass sein Großvater, im Alter an Demenz leidend, machmal weglief, "um nach Hause zu gehen".

Er wollte zu seinem Geburtshaus...


Claes Peters (1761-1798), der namensgebende Urahn des Verfassers,

...musste die o. g. Ur-Hofstelle als "weichender Erbe" verlassen.

Seine Nachkommen führten zuerst das Patronym "Claassen" und nachdem der Code Napoleon u. a. feste Familiennamen vorschrieb, wurde das Patronym zum bleibenden Sippen- oder Familiennamen.

Claes wurde am 10. Dezember 1761 in Victorbur als viertes Kind von Peter Hinrichs (*1720/Wiegboldsbur) geboren. Am 17. Mai 1789 heiratete er dort die Antje (Ancke) Aggen Cuhlmann, Tochter von Agge Harms Culemann und Deepke Lübben. Agge taucht in den Victorburer Rechnungebüchern häufig auf und sein Bruder gehörte zu den Ursiedlern und Begründern der Gemeinde Moordorf.

Claes Peters starb bereits mit gerade 37 Jahren nach neuneinhalb Ehejahren an der Schwindsucht (Tuberkulose). Zwischen 1790 und 1797 wurden ihm und seiner Frau fünf Kinder geschenkt. Antje (Ancke) Aggen Cuhlmann heiratete nach dem frühen Tod ihres Mannes nie wieder! Sie wurde 45 Jahre später, am 23.11.1843, als "Claes Peters Witwe, gestorben mit 83 Jahren", ins Kirchenbuch eingetragen!

Einen "schnellen Vorfahrenbericht der A. A. Cuhlmann" finden Sie hier.

Die hier genannten Familien Agge Harms Culemann, Peter Hinrichs und Hinrich Claessen waren wenigstens Nachbarn in Ost-Victorbur. Hier werde ich zukünftig die Registrierungen der ostfriesischen Brandkasse genauer auswerten!

CLAASSEN oder KLAASSEN

...und weitere Schreibweisen

Es gibt keine "richtige" Ur-Schreibweise unseres Familiennamens!

In Ostfriesland war bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts (die Zeit Napoleons) die patronymische Namensvergabe üblich. Namen setzten sich aus dem persönlichen Vornamen und dem vom Vornamen des Vaters abgeleiteten Partonym zusammen. Der Kaiser aller Franzosen machte jedoch am 18. August 1811 per Dekret (Beschluss, Verordnung) auch den Ostfriesen die Annahme fester Familiennamen zur Pflicht! Jedes Familienoberhaupt konnte sich einen neuen Namen wählen oder den bisherigen weiter nutzen. Die ganze Familie musste diesen Namen aber von da an gebrauchen!

Die Schreibweise erfuhr im Laufe der Zeit viele Variationen!

Formen mit "sh" oder "hs" wechseln sich unregelmäßig und ohne Begründung ab.

Diese Schreibweisen beruhen auf Verständnis- bzw. Transkriptionsfehlern von der Kurrent- oder Sütterlin-Schrift. Doppelt oder einfach geschriebenes "a" oder "s" bzw. Schreibweisen mit "ß" sind zum Teil im "Wissen" oder "nicht Wissen" der Schreiber begründet.

Rechtliche Grundlagen zur heutigen Schreibweise.

Die namensgebende Ur-Familie

Die Kinder von Claes Peters und Antje (Ancke) Aggen Cuhlmann wurden "Claassen" genannt.

(im Ortssippenbuch von Victorbur, Nr. 4252)


Blasionierung (Beschreibung)

(klicke auf das Bild)

 

Ein Wappen für die Nachkommen von Claes Peters:

In Zusammenarbeit mit einem sehr empfehlenswerten Heraldiker stiftete ich im Jahr 2013 ein Familienwappen und ließ es in der niedersächsischen Wappenrolle registrieren. Der heraldische Verein "Zum Kleeblatt" führt diese Wappenrolle. In der deutschen Wappenrolle, dem "Herold", möchte ich es auch irgendwann registrieren lassen. Registrierungen erhalten Wappen einer Nachwelt, sind aber nicht verpflichtend! Und weil alles kostet, mache ich hier langsam...

Zum Weihnachtsfest 2013 erhielt ich den Wappenbrief aus Hannover.

Historisch wurde ein Wappen zumeist nur innerhalb der männlichen Nachkommenschaft weitergegeben. Eine voreheliche Geburt würde die Unterbrechnug eine klaren Väterlinie mit sich bringen. Ein Wappenstifter kann auch andere Wappenführungsbestimmungen festlegen, die dann für zukünftige Generationen bindend sind:

Gleich welchen Geschlechts dürfen alle Nachkommen von Claes Peters (1761-1798), unseres namensgebenden Stammvaters, das nebenstehende Wappen führen und gebrauchen, solange sie noch unseren Familiennamen tragen. Das Geschlecht, vorheliche Geburten oder variierende Schreibweisen des Familiennamens sollen niemanden von der Wappenführung ausschließen!

  • Der Großvater des Wappenstifters selbst wurde 1897, wie zwei Jahre zuvor sein älterer Bruder, vorhelich geboren. Die Brüder trugen also den Familiennamen ihrer Mutter, der Haustochter Antje Aggen Klaassen (1874-1916), nach 1900 eine verehelichte "Stomberg". Würde sie heute noch leben, wäre sie selbst nicht mehr Führungsberechtigt (sie hieße ja "Stomberg"), ihre vorehelich geborenen Söhne aber sehr wohl!
  • Ihr Vater, Agge Mehmen Klaassen (1849-1913), hatte "nur" drei Töchter, die alle heirateten und deren ehelichen Nachkommen unseren Familiennamen deshalb nicht führten!
  • Die Nachkommen aus meiner Familie und aus der meines einzigen Bruders (siehe ganz unten auf dieser Seite) sind die einzigen und letzten "Klaassen" in der Nachkommenschaft von Agge Mehmen Klaassen (1849-1913), unseres Ur-Ur-Großvaters.
  • Weitere Wappenführungsberechtigte sind also nur in der Nachkommenschaft früherer Generationen zu suchen...

Die Form eines zugemauertern Eingangs an der Victorburer Kirche findet sich auch in unserem Familienwappen wieder.


1.

Generation

"Claassen"

 

nach Claes Peters

Unser Alturgroßvater (4x Ur-), Agge Claassen (1795-1886), war eines der jüngeren Kinder von Claes Peters und der Antje (Ancke) Aggen Cuhlmann.

In der Ahnenreihe des Verfassers war er der erste Claassen"!

Ein älterer Bruder war von seinen Eltern ebenfalls Agge genannt worden. Dieser starb aber im Jahr seiner Geburt. Auch eine Schwester starb als Kleinkind!

Die Taufpaten von Agge d. J. waren: Agge Harms Cuhlmann (Großvater- mütterlicherseits), Dirkje Harms "Cuhlemann"(Tante?) und Gesche Aggen Cuhlemann (Tante!).

Wie seine Geschwister hatte auch Agge seinen Nachnamen noch gemäß der alten, patronymischen Regel (Claassen = Sohn/Kind des Claes) erhalten. Alle übernahmen das Patronym "Claassen" in der Folge des "Code Napoleon" zum festen und bleibenden Familiennamen. Auch weitere Nachkommen mussten diesen Namen von da an führen.

Agge war Arbeiter in Victorbur und Ost-Victorbur und wohl hauptsächlich in der Landwirtshaft und Moorkolonisation beschäftigt.

Aus den Ortssippebüchern von Victorbur (oben) und Engerhafe (unten).


2.

Generation

"Klaassen"

 

nach Claes Peters

Unser Altgroßvater (3x Ur-), Mehme Heien (Janssen) Aggen Klaassen (1826-1880), wurde in Victorbur als Sohn von Agge Claassen und Jevste (Casjens) Mehmen geboren (OSB-Victorbur, Nr. 717).

Ende 1848 beabsichtigte er zu heiraten, denn seine Braut war schwanger! Mir liegt die Kopie eines Briefs vom königlichen Confissoriums zu Aurich vom 30. November 1848 vor (siehe links).

Dem Dienstknecht "Mehme Claashen" zu Uthwerdum wurde unter Auflagen eine Eheerlaubnis erteilt. Der ihm noch fehlenden Religionsuntericht sollte bald möglichst nachholt werden und Mehme sollte durch die Konfirmation Mitglied der christlichen Kirche geworden sein!" Religionsuntericht und Konfirmation müssen innerhalb des Monats Dezember 1848 stattgefunden haben, denn bereits am 30. Dezember 1848 heiratete Mehme in Victorbur die Fockje Albers Ocken, Tochter von Ocke Alberts Ocken und Christiane Mehmen Daniels.

Nach knapp zwei Monaten, am 27. Februar 1849, wurde dem jungen Paar ihr erstes von acht gemeinsamen Kindern, Agge Mehmen Klaassen, geboren.

Mehme Heien (Janssen) Aggen Klaassen starb am 10. Juni 1880 Victorbur.


3.

Generation

"Klaassen"

 

nach Claes Peters

Unser Altvater (2x Ur-), Agge Mehmen Kaassen (1849-1913), wurde im Februar 1849 als ältester Sohn von Mehme Heien (Janssen) Aggen Klaassen und Fockje Albers Ocken in Uthwerdum bei Victorbur, gerade noch ehelich geboren.

Noch in Victorbur heiratete er 1872 die Dienstmagd Hauke Ehben Okkenga aus Manslagt.

Vielleicht sollte Hauke den Haushalt ihres mittlerweile verwitweten Vaters führen, denn kurz nach ihrer Hochzeit verzog das junge Paar nach Manslagt in die Krummhörn. Dort wurden ihm drei Töchter geschenkt.

Am Heiligen Abend (24.12.) des Jahres 1913 verstarb Agge Mehmen Klaassen in Manslagt und am 25. Juli 1918 folgt ihm seine Frau in die Ewigkeit (Greetsiel).


Interessante Vorfahren von Hauke Ehben Okkenga

Einer ihrer mütterlichen Urgroßväter konvertierte 1764 in Engerhafe unter Tränen vom Judentum zum christlichen Glauben.

Der Sohn von Samuel Victor und Marele Levi aus Grimersum wurde nach seiner Taufe Wilhelm oder Wilhelmus Eberhard (oder Everhard), Wilhelm Everhard Wilhelms und/oder Wilhelmus Eberhard bzw. Everhard genannt.

1766 heiratete er in Engerhafe in seiner 2. Ehe die Antje Cornelius aus Upende.

  • links:Ahnentafel,
  • Mitte:Taufeintrag von 1764,
  • Rechts:Heiratseintrag von 1766

4.

Generation

"Klaassen"

 

nach Claes Peters

Unsere Urgroßmutter, Antje Aggen Klaassen (1874-1916), war die zweite von insgesamt drei Töchtern des Agge Mehmen Klaassen und der Hauke Ehben Okkenga in Manslagt geboren und sie war die zweifache, unverheiratete Mutter von:

  • Agge Maenen Klaassen (1895-1959)
  • Meme Agge Klaassen (1897-1970)

Am 19. Mai 1900 heiratete sie in Manslagt den Enne Heeren Stomberg aus Groothusen in dessen zweiter Ehe. Enne hatte aus einer früheren Ehe mit Greetje Gerdes Beekhuis (1894/Manslagt) ebenfalls zwei kleine Kinder:

  • Motje Stomberg (*12.01.1896/Manslagt)
  • Jacob Stomberg  (*08.10.1896/Manslagt)

Die Ehe Stomberg-Klaassen  bestand also bereits am Hochzeitstag aus sechs(!) Personen!

Mit Enne hatte Antje dann noch acht gemeinsame Kinder-Stomberg:

  • Enne Heeren Stomberg (1901-1903)
  • Hauko Stomberg (1903-1967)
  • Enne Heeren Stomberg (1905-1989)
  • Minna Greta Heeren Stomberg (1906-1985)
  • Andreas Heeren Stomberg (1908-1952)
  • Anette (Netti) Heeren Stomberg (1910-2010)
  • Jacoba Stomberg (1911-1915)
  • Fockje Aggen Heeren Stomberg (1912-1993)

Antje Stomberg geb. Klaassen starb am 30. März 1916 in Manslagt, in ihrem 43. Lebensjahr.

Enne Heeren Stomberg (1868-1959) heiratete noch ein drittes Mal. Diese Ehe blieb zwar kinderlos, aber das Paar durfte noch die "silberne Hochzeit" feiern.

Noch 1993 war ihr blumengeschmücktes Grab, neben dem ihres Mannes und dessen dritter Ehefrau, auf dem Manslagter Friedhof zu finden. Danach wurde es aber irgendwann aufgehoben, denn ca. 2012 war es nicht mehr zu finden!


Überhaupt nicht despektierlich wurde mir zu Beginn meiner Familienforschungen einmal erzählt: "Ach, das war die Familie mit Deinen, meinen und unseren Kindern!" Und das stimmte ja dann auch!


5.

Generation

"Klaassen"

 

nach Claes Peters

Unser Großvater, Meme Agge Klaassen (1897-1970) wurde als zweiter vorehelicher Sohn von Antje Aggen Klaassen (1874-1916) in Manslagt (angebliches Geburtshaus) geboren.

Seine Voramen wurden seit mind. 300 Jahren(!) durchgängig "weitervererbt"!

Er besuchte die Manslagter Volksschule (Foto von ca. 1905).

Am 01. September 1917 heiratete unser Opa in Manslagt in seiner ersten Ehe die Hinderine Janshen Helmers, geboren am 29. Mai 1897 in Groothusen. Der Heiratsurkunde ist zu entnehmen, dass Meme "zum Heeresdienst einberufen", also Soldat des 1. Weltkrieges war! Lt. seinem Führungsbuch aus dem 2. Weltkrieg war er vom 05.11.1916 bis September 1919 Soldat im Heer des Deutschen Reichs.

Trauzeuge war Memes Stiefvater, Enne Heeren Stomberg (seine Mutter war bereits verstorben). Der Brautvater Jan Helmers wurde ebenfalls als Trauzeuge ins Heiratsregister eingetragen.

Trotz einer Tochter wurde die Ehe bereits am 14.04.1920 wieder geschieden. Die  älteste Tochter unseres Großvaters müsste zwischen 1917 und 1920 als "Klaassen" zur Welt gekommen sein, hat aber nach der erneuten Heirat ihrer Mutter den Namen ihres Stiefvaters angenommen.

Ich hoffe sehr, irgendwann auch diesen Familienzweig kennenlernen zu dürfen...!?

Knapp zwei Monate nach seiner Scheidung, am 12. Juni 1920, heiratete Meme Agge Klaassen in Greetsiel erneut, dieses Mal unsere Großmutter, Johanna Hinderks geb. Jürgens. Zwischen 1920 und 1928 wurden dem Paar drei Töchter und die Zwillinge Gerhard und Menno geschenkt.

Johanna Hinderks Jürgens (1896-1981), Tochter des Arbeiters Gerhard Haßler Jürgens und Trientje Andreessen Janshen Boomgaarden, wurde seine zweite Ehefrau und unsere Großmutter.

Der 1941 von der Tochter Antje vorehelich geborene Sohn Johann Klaassen wuchs auch bei seinen Großeltern in Hauen auf. Leider verunglückte er tödlich.

Ihr seid 40 Jahren bewohntes, aber gemietetes Haus in Hauen mussten unsere Großeltern zum Ende der sechziger Jahre verlassen. Es wurde seither mehrfach weiter verkauft. Sie verzogen zur ältesten Tochter Antje nach Neu-Etum.

Dort zwangen sie Generationskonflikte aber bald zu einem letzten gemeinsamen Umzug.

In der Greetsieler Mühlenstraße, im großen Haus der damals 100-jährigen Witwe De Beer nahmen Meme und seine Frau ihre letzte gemeinsame Wohnung. Heute (2012) befindet sich in ihren ehemaligen Wohnräumen eine Gemäldegalerie.

Meme verstarb 1970 in diesem Haus, zwei Monate bevor er mit seiner Frau das Fest der goldenen Hochzeit feiern konnte!

Meme war in und um Greetsiel/Hauen ein außerordentlich bekannter und beliebter Mann, ein friesisches Original! In seiner Nachkommenschaft wird dieses einfachen Mannes gerne gedacht!

Heinz Kramer aus Hinte malte ihn mit Jan Müller, Jacob Boomgarden und Wilm Bakker vor der Greetsieler Kirche sitzend, wo sich die Freunde im Alter täglich zu treffen pflegten. 

Meme ist dem Betrachter mit einem Schnapsgläschen zuprostend dargestellt. Kramer erzählte, dass sich die Herren nicht kostenlos hätten malen oder zeichnen lassen wollen! Zuerst hätte Kramer dem Quartett eine Flasche Schnaps spendieren müssen. Wahrscheinlich war unser Opa der Rädelsführer!? Die Rache eines Künstlers fällt dann eben so aus! Das Gemälde war 1994 Teil einer Wanderausstellung in der Krummhörn und wurde in den regionalen Zeitungen unter Nennung der dargestellten Personen beschrieben.

Der Künstler fertigte mindestens drei Kopien an, die alle in Besitz unserer Familie sind. Das „erste“ Original war 2012, wie mir auf Nachfrage mitgeteilt wurde, im Magazin der Hinter Mühle eingelagert.

Im Jahr 2012 besetzte ich mit meinem Bruder die Bank an der Kirche...

In einem Bericht der Emder Zeitung vom 29.Mai 2019 erkennt man das Gemälde noch auf einem Foto. 

Über vierzig Jahre nach seinem Tod erzählte man mir noch von der Liebe zu seiner Frau und wie besorgt Meme um sie war! In der Traueranzeige kann man erkennen, dass unsere Großmutter sich dieser Fürsorge sehr bewusst war!

Nach dem Tod ihres Mannes verzog unsere Oma in das kleine Doppelhaus am Greetsieler Schöpfwerk (linke Hausseite) um. Hier verlebte sie ihre letzten Jahre.

Meme hatte aber auch noch weitere Freunde und Nachbarn in und um Greetsiel.

Zeitungsberichte zu meinem Opa!

(zum vergrößern oder stoppen, klicken Sie auf das Foto)

Großvaters militärischer Lebenslauf

Bei der "Deutschen Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der deutschen Wehrmacht", kurz WAST, beantragte ich den millitärischen Lebenslauf meines Großvaters.

Ich musste mich ca. 1 Jahr gedulden und sollte auch nicht zwischenzeitlich nachfragen! Dann wurde mir das beantragte für damals 16€ (8€ pro DIN A4-Seite) aber zugesandt.

Die WAST wurde zum 01. Januar 2019 ins Bundesarchiv überführt und dennoch kann man noch immer die Informationen zu direkten Vorfahren, mit dem Hinweis auf eigene Familien- oder Ahnenforschungen, erhalten.

Die aktuellen Kosten sind nun der entsprechenen Kosten-verordnung zu entnehmen, um die ich mich ja nicht mehr kümmern muss...


6.

Generation

"Klaassen"

 

nach Claes Peters

Unser Vater, Gerhard Jürgens Klaassen (1928-1966), wurde in Hauen bei Greetiel (siehe rechts) geboren. In Greetsiel ging er zur Schule und in Pilsum  machte er bei er Firma Herlin bis Oktober 1946 seine Ausbildung zum Zimmerer. In seinem Lehrbetrieb musste er bestimmt auch mauern, denn als Maurer verdiente er später seinen Lebensunterhalt.

In den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gelangte er über das Rheinland nach Ladbergen im Münsterland. Dort heiratete er unsere Mutter, Else Auguste geb. Brundiek (1937-1999) aus Kattenvenne.

Mit Erkältungssymtomen brach er im März/April des Jahres 1966 seine Arbeit ab.  Seine gesundheitliche Zustand verschlechterte sich stetig. Im Grevener Krankenhaus entwickelte sich seine Krankheit zur Lungen- und Herzbeutelentzündung. Am 25. April 1966 starb er mit nur 38 Jahren.


7.-9.

Generation

"Klaassen"

 

nach Claes Peters

Die letzten Täger unseres Familiennamens in der Nachfolge von Agge Mehmen Kaassen (1849-1913) sind:

die Nachkommen meines Bruders

Die Familie von Ulrich Gerhard Klaassen (1954-2018)

und die meinen...

Die Familie Eckhard Menno Klaassen (*1960)