KLAASSEN


Jan Tjaden beschreibt in seinem Buch, "Ostfriesland; Vom Leben unserer Vorväter zwischen Meer und Moor" die Ostfriesen als:

Zielstrebig, beharrlich und unaufgeregt, Eloquenz ist wenigen gegeben, nüchtern ist ihr Urteil, bisweilen auch sarkastisch, ausgeprägte Selbstständigkeit und Entschlusskraft, "Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott", als Pioniere die ihre Grenzen hinausschieben prädestiniert

Ich sehe hier das ein oder andere Mitglied unserer Familie trefflich beschrieben...


KLAASSEN

Ursprünglich, jedenfalls lt. heutigem Forschungsstand, stammen meine/unsere väterlichen Vorfahren aus dem Südbrookmerland, einem moorigen Gebiet bei Aurich. 

Es waren keine besonderen Menschen und zum größten Teil waren sie wohl ehr arm. Vielfach in der Moorkolonisation beschäftigt, bemühten sie sich eine eigene Scholle zu erarbeiten. 

Im Moormuseum von Moordorf kann man noch heute einen Eindruck von der schweren Arbeit unserer Vorfahren gewinnen und ein kleiner Handyfilm vom "Ewigen Meer" soll etwas von der Schönheit des Moors verdeutlichen.


Früheste Nennung

Nach der Weihnachtsflut vom 25. Dezember 1717 wurde, um die riesigen Schäden dieser Flut beseitigen zu können, eine Kopfschatzung/Kopfsteuer ausgeschrieben. Jeder sollte im Rahmen seiner/Ihrer Möglichkeiten einen monitärren Beitrag dazu leisten!

In Wiegboldsbur wurden registriert:

  • der Tagelöhner Hinrich PETERS und seine Frau, Elisabeth TIARTS (klick hier

​Gemäß der in Ostfriesland damals üblichen patronymischen Namensgebung könnte der Vater des Hinrich ein "Peter" gewesen sein, der vielleicht in Wiegboldsbur lebte oder geboren wurde? Leider konnte ich mit meinen Möglichkeiten bisher aber keinen früheren Vorfahren oder Geschwister von Hinrich Peters ermitteln.

Im Jahre 1760 wurde dem Peter Hinrichs und dessen Frau Altjen Hinrichs (Sohn der Eheleute Peters-Tiarts) der Sohn "Claes" geboren und getauft. Gescke Tiardts wurde als Patin genannt. Elisabeth und Gescke Tiardts könnte Geschwister gewesen sein!?


Die frühesten Vorfahren...

"Hinrich Peters" wurde als Wiegboldsburer Tagelöhner in der Kopfschatzung von 1719 genannt. Er war mit Elisabeth Tiarts verheiratet und starb am 11. November 1742 auch in Wiegboldsbur. In der Kopfschatzung wurden nur Kinder von 12 Jahren und älter registriert und weil zur Ehe des Hinrich Peters noch keine Kinder genannt wurden, kann seine Hochzeit frühestens 1707 (1719 minus 12) stattgefunden haben!

Hinrichs Vater und Spitzenahn nenne ich "Peter aus Wiegboldsbur". Er ​​ist eine "konstruierte Person"! 

"Peter" gem. der patronymischen Namensregel vom Namen seines Sohnes, Hinrich PETERS, abgeleitet und "aus Wiegboldsbur" weil er vielleicht (wie sein Sohn) in Wiegboldsbur lebte oder geboren wurde?

Langsam wurde die Quellenlage besser: "Peter Hinrichs" wurde am 16.04.1726 in Wiegboldsbur als 4. Kind von Hinrich Peters und Elisabeth Tiarts geboren.

Dort heiratete er auch am 16.Mai 1747 die Altjen geb. Hinrichs aus Victorbur (1726-1799).

Bis 1759 wurden dem Paar in Wiegboldsbur 5 Kinder geboren.

Um 1760 verzog die Familie aber von Wiegboldsbur in den Nachbarort nach Victorbur, wo dem Paar am 17.11.1760 das nächste Kind, der Sohn Claes Peters (+23.11.1760/Vic.), geboren wurde.

Peter Hinrichs verstarb am 18.02.1768 in Victorbur als "erbgesessener Hausmann" (=lange ortsansässige Besitzer von Hofstellen)! Vielleicht übernahm er eine Hofstelle aus der Familie seiner Frau?

Sein Schwiegervater war der Hinrich Claessen, verheiratete mit Antje oder Gretje Tönjes, beide aus Victorbur! 

 

 

Der am 10.12.1761 in Victorbur geborene Sohn der Eheleute Hinrichs-Hinrichs erhielt erneut den Vornamen Claes. Der direkte Vorfahre des Verfassers dieser Seiten, "Claes Peters" (1761-1798 in Victorbur), musste die Hofstelle seiner Eltern verlassen.

Er heiratete am 17.05.1789 in Victorbur die Antje (Ancke) Aggen Cuhlmann 

Die Nachkommen der Eheleute Peters-Cuhlmann wurden patronymisch "Claassen" genannt und in der Folge des Code Napoleon, der u. a. auch feste Familien- und Sippennamen vorschrieb, wurde "Claassen" dann auch zu unserem bleibenden Sippennamen, mit diversen Schreibvarianten. 

​"Jibbe Peters" (1765-1808) erbte die elterliche Hofstelle in Victorbur. Er heiratete am 25.01.1789 in Marienhafe. Anfangs wurden seine Nachkommen patronymisch noch "Jibben" genannt, aber in der Folge von Napoleons Gesetzgebung und wohl wegen des ausgeübten Berufs nahmen seine Nachkommen den dann bleibenden Familiennamen "Zimmermann" an. ​

  • Ein Nachkomme, Edo Zimmermann, war der Wirt der Auricher Gaststätte/Hotel "Goldener Hirsch" mit angeschlossener Hengststation (heute: Arno´s Hirsch). Die Hengststation wurde später in Moordorf weitergeführt und Edo Zimmermann war in und um Moordorf eine sehr bekannte Persönlichkeit, ein "Moordorfer Original"!  
  • Eine Suurhuser Gaststätte wurde von Edo´s Bruder Heye und nach dessen Tod von Heye´s Sohn, ebenfalls ein Edo Zimmermann, geführt.

Ausschließlich die Söhne Claes (1761-1798) und der jüngerer Bruder und spätere Hoferbe Jibbe (1765-1808) erreichten das Erwachsenenalter. Nur sie begründeten eigene Familien. 

Einer Namenslinie folgend heißen die Nachommen:

  • weitere Nachkommen auf Anfrage (Datenschutz!).

 


Ein früher Urhof unserer Familie in Ost-Victobur

Wie oben beschrieben, verzog Peter Hinrichs (1726 - 1768) um 1760 mit seiner Frau Altjen geb. Hinrichs und Familie von Wiegboldsbur nach Victorbur, wo er 1768 als "erbgesessener Hausmann" verstarb. Er oder seine Erben mussten ab 1768, wie alle Hausbesitzer, ihr Haus gegen Feuer versichern.

"Friedrich der Große" hatte diese sicherlich sehr sinnvolle Versicherung für alle Hausbesitzer verpflichtend angeordnet!  

Peter Hinrichs starb aber noch im Jahr der ersten Feuerversicherung und seine Frau Altjen geb. Hinrichs heiratete am 25. Februar 1769 in ihrer zweiten Ehe den Weet Janssen. Mit ihm führte sie den noch kleinen Hof weiter, ehe der jüngste Sohn aus der Ehe mit Peter Hinrichs, Jibbe Peters (1765-1808), ihn übernahm.

Trotz weiterer Bebauung und der mehrfach veränderten Nummerierung konnte so ein früher Urhof unserer Familie in Ost-Victorbur (anfangs Nr. 63) lokalisiert werden!

Im Brandkassenregister wurden nach 1768 als Versicherungsnehmer und Erben des Urhofs registriert:

  • Peter Hinrichs (starb 1768, dem Jahr der ersten Pflichtversicherung)
  • Weet Janssen (2. Ehemann der Altjen Hinrichs, Witwe von Peter Hinrichs), ​​
    • mit Jibbe Peters (Sohn aus der Ehe Hinrichs-Hinrichs)
  • Ede Jibben
  • Jibbe Eden Zimmermann
  • Ede Jibben Witwe und Gerd Heyen Aden
  • ab 1889 Gerd Heyen Aden und Nachkommen...

Einer der Urenkel von Jibbe Peters, Jibbe Folkerts Zimmermann, starb 1963 mit 77 Jahren. Wiederum dessen Enkel erzählte mir in einem persönlichen Gespräch dass sein Großvater, im Alter an Demenz leidend, machmal weglief, "um nach Hause zu gehen".

Er wollte zu seinem Geburtshaus...

oben aus dem Buch: "Aus vergangenen Zeiten Ost-Victorbur" von Christine Günnel: "hinterm alten Haus; das neue Haus wurde 1936 fertiggestellt"

Fotos von Thomas Peters, Dankeschön!

Auf einer alten Karte von ca. 1870, ist die Lage der Besitzungen >Zimmermann-Jibben Erben (Nr. 59)<, bzw.  >Ede Jibben-Zimmermann (Nr. 61)< in Ost-Victorbur zu sehen.

Ganz in der Nähe (in der Karte: oben-rechts) wohnte auch eine Familie "Kuhlmann". Claes Peters heiratete 1789 Antje (Ancke) Aggen Cuhlmann, Tochter von Agge Harms Culemann und Deepke Lübben. Zum Nachbarn wird wohl mindestens eine entfernte, verwandtschaftliche Verbindung bestanden haben!?


Claes Peters (1761-1798), der namensgebende Urahn des Verfassers, musste die o. g. Ur-Hofstelle als "weichender Erbe" verlassen.

Claes wurde am 10. Dezember 1761 in Victorbur als viertes Kind von Peter Hinrichs (*1726/Wiegboldsbur) geboren.

Am 17. Mai 1789 heiratete er dort die Antje (Ancke) Aggen Cuhlmann, Tochter von Agge Harms Culemann und Deepke Lübben. (Agge Harms Culemann taucht in den Victorburer Rechnungebüchern häufig auf und sein Bruder gehörte zu den Ursiedlern der Gemeinde Moordorf.)

Claes Peters starb nach neuneinhalb Ehejahren bereits mit gerade 37 Jahren an der Schwindsucht (Tuberkulose).

Zwischen 1790 und 1797 wurden ihm und seiner Frau aber fünf Kinder geschenkt (siehe rechts). Sie führten den Zunamen "CLAASSEN"!

Antje (Ancke) Aggen Cuhlmann heiratete nach dem frühen Tod ihres Mannes nie wieder und wurde 45 Jahre später, am 23.11.1843, als "Claes Peters Witwe, gestorben mit 83 Jahren", ins Kirchenbuch eingetragen!

Einen "schnellen Vorfahrenbericht der A. A. Cuhlmann" finden Sie hier.

Die namensgebende Ur-Familie

Die Kinder von Claes Peters und Antje (Ancke) Aggen Cuhlmann wurden "Claassen" genannt.

(im Ortssippenbuch von Victorbur, Nr. 4252)

Zwei Vorfahrengenerationen der "ersten" Claassen.


Ein Wappen für unsere Familie, bzw. für die Nachkommen von Claes Peters

In Zusammenarbeit mit einem sehr empfehlenswerten Heraldiker stiftete ich im Jahr 2013 ein Familienwappen und ließ es in der niedersächsischen Wappenrolle registrieren. Der heraldische Verein "Zum Kleeblatt" führt diese Wappenrolle.

In der deutschen Wappenrolle, dem "Herold", möchte ich unser Wappen auch irgendwann registrieren lassen, aber das ist nicht verpflichtend und weil alles kostet, mache ich hier langsam...

Zum Weihnachtsfest 2013 erhielt ich den Wappenbrief aus Hannover.

Die Form eines zugemauertern Eingangs an der Victorburer Kirche (links) findet sich bewusst auch in unserem Familienwappen wieder.

Historisch wurde ein Wappen zumeist nur innerhalb der männlichen Nachkommenschaft weitergegeben. Eine voreheliche Geburt würde die Unterbrechnug eine klaren Väterlinie mit sich bringen. Ein Wappenstifter kann auch andere Wappenführungsbestimmungen festlegen, die dann für zukünftige Generationen bindend sind!

Gleich welchen Geschlechts dürfen alle Nachkommen von Claes Peters (1761-1798), unseres namensgebenden Stammvaters, das Wappen führen und gebrauchen, solange sie noch unseren Familiennamen tragen. Das Geschlecht, vorheliche Geburten oder variierende Schreibweisen des Familiennamens sollen niemanden von der Wappenführung ausschließen!

 

Die Schreibweise unseres Familiennamens erfuhr im Laufe der Zeiten viele Variationen:

Formen am Anfang mit "C" oder "K", im Folgenden mit einfachem oder doppeltem "a", in der Mitte mit "sh", "hs" oder "ss" und "ß" wechseln sich unregelmäßig und ohne Begründung ab. Jede Änderung beruhte auf Verständnis- bzw. Transkriptionsfehlern von der Kurrent- oder Sütterlin-Schrift. Auch begründeten sich veränderte Schreibweisen  im "Wissen" oder "nicht Wissen" der Schreiber.

Rechtliche Grundlagen zur heutigen Schreibweise.

Es gibt keine "richtige" Ur-Schreibweise unseres Familiennamens!

In Ostfriesland war bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts (die Zeit Napoleons) die patronymische Namensvergabe üblich. Namen setzten sich aus dem persönlichen Vornamen und dem vom Vornamen des Vaters abgeleiteten Partonym zusammen. Der Kaiser aller Franzosen machte jedoch am 18. August 1811 per Dekret (Beschluss, Verordnung) auch den Ostfriesen die Annahme fester Familiennamen zur Pflicht! Jedes Familienoberhaupt konnte sich einen neuen Namen wählen oder den bisherigen weiter nutzen. Die ganze Familie musste diesen Namen aber von da an gebrauchen!


CLAASSEN oder KLAASSEN


Unsere Familie nach Claes Peters...

1.

Generation

"Claassen"

Unser Alturgroßvater (4x Ur-), Agge Claassen (1795-1886), war eines der jüngeren Kinder von Claes Peters und der Antje (Ancke) Aggen Cuhlmann. In der Ahnenreihe des Verfassers war er der erste Claassen"!

Die Taufpaten von Agge waren: Agge Harms Cuhlmann (Großvater- mütterlicherseits), Dirkje Harms "Cuhlemann"(Tante?) und Gesche Aggen Cuhlemann (Tante!).

Wie seine Geschwister hatte auch Agge seinen Nachnamen noch gemäß der alten, patronymischen Regel (Claassen = Sohn/Kind des Claes) erhalten und übernahm "Claassen" in der Folge des "Code Napoleon" zum festen und bleibenden Familiennamen. 

Agge war Arbeiter in Victorbur und Ost-Victorbur und wohl hauptsächlich in der Landwirtshaft und Moorkolonisation beschäftigt.

Aus dem Ortssippebuch von Victorbur

Aus dem Ortssippebuch von Engerhafe


2.

Generation

"Klaassen"

Unser Altgroßvater (3x Ur-), Mehme Heien (Janssen) Aggen Klaassen (1826-1880), wurde in Victorbur als Sohn von Agge Claassen und Jevste (Casjens) Mehmen geboren (OSB-Victorbur, Nr. 717).

Ende 1848 beabsichtigte er zu heiraten, denn seine Braut war schwanger!

Mir liegt die Kopie eines Briefs vom königlichen Confissoriums zu Aurich vom 30. November 1848 vor, in dem seine geplante Hochzeit genehmigt wurde. (siehe rechts)

Dem Dienstknecht "Mehme Claashen" zu Uthwerdum wurde unter Auflagen eine Eheerlaubnis erteilt. 

Der ihm noch fehlenden Religionsuntericht sollte bald möglichst nachholt werden und Mehme sollte durch die Konfirmation Mitglied der christlichen Kirche geworden sein!"


Religionsuntericht und Konfirmation müssen innerhalb des Monats Dezember 1848 stattgefunden haben, denn bereits am 30. Dezember 1848 heiratete Mehme in Victorbur die Fockje Albers Ocken (1822-1880), Tochter von Ocke Alberts Ocken und Christiane Mehmen Daniels aus Berumerfehn.


Nach knapp zwei Monaten, am 27. Februar 1849, wurde dem jungen Paar ihr erstes von acht gemeinsamen Kindern, Agge Mehmen Klaassen, geboren.

Fockje Albers Ocken starb am 16.04.1880 in Vivtorbur und ihr Mann, Mehme Heien (Janssen) Aggen Klaassen, am 10. Juni 1880, ebenfalls in Victorbur.


3.

Generation

"Klaassen"

Unser Altvater (2x Ur-), Agge Mehmen Kaassen (1849-1913), wurde im Februar 1849 als ältester Sohn von Mehme Heien (Janssen) Aggen Klaassen und Fockje Albers Ocken in Uthwerdum bei Victorbur, gerade noch ehelich geboren.

Am 21. 09.1872 heiratete er in Victorbur die Dienstmagd Hauke Ehben Okkenga (1841-1918) aus Manslagt.

  • Vielleicht sollte Hauke den Haushalt ihres seit 1857 verwitweten Vaters führen, denn kurz nach ihrer Hochzeit verzog das junge Paar nach Manslagt in die Krummhörn, wo dem Paar drei Töchter geschenkt wurden. Bei zwei Töchtern starb der Familienname durch ihre Heiraten in diesem Familienzweig aus. Nur die vorehelich geborenen Söhne der Tochter Antje Aggen (1874-1916) konnten den Familiennamen weitergeben.

Am Heiligen Abend (24.12.) des Jahres 1913 verstarb Agge Mehmen Klaassen in Manslagt und am 25. Juli 1918 folgt ihm seine Frau in die Ewigkeit (Greetsiel).


Interessante Vorfahren von Hauke Ehben Okkenga

Wilhelm Eberhard, Sohn Sohn von Samuel Victor und Marele Levi aus Grimersum, einer der mütterlichen Urgroßväter von Hauke Ehben Okkenga, konvertierte 1764 in Engerhafe unter Tränen vom Judentum zum christlichen Glauben.

Nach seiner Taufe wurde er auch Wilhelmus/Wilhelm und/oder Everhard/Eberhard genannt.

1766 heiratete er in Engerhafe in seiner 2. Ehe die Antje Cornelius aus Upende.

  • links:Ahnentafel,
  • Mitte:Taufeintrag von 1764 aus Engerhafe,
  • Rechts:Heiratseintrag von 1766 aus Engerhafe

4.

Generation

"Klaassen"

Unsere Urgroßmutter, Antje Aggen Klaassen (1874-1916), war die zweite von insgesamt drei Töchtern des Agge Mehmen Klaassen und der Hauke Ehben Okkenga in Manslagt geboren,

Sie war die zweifache, unverheiratete Mutter von:

  • Agge Maenen Klaassen (1895-1959) hatte eine Tochter, die zweimal heiratete. Der Familienname starb mit Agge Maenen in diesem Familienzweig aus.
  • Meme Agge Klaassen (1897-1970) (Großvater des Verfassers)

Am 19. Mai 1900 heiratete sie in Manslagt den Enne Heeren Stomberg (1868-1959) aus Groothusen in dessen zweiter Ehe.

Enne hatte aus einer früheren Ehe (1894/Manslagt) mit Greetje Gerdes Beekhuis (1863-1899) ebenfalls zwei kleine Kinder:

  • Motje Stomberg (*12.01.1896/Manslagt) heiratete 1919 den Sieger Ross.
  • Jacob Stomberg  (*08.10.1896/Manslagt) hatte mit Alberta Janssen 12 Kinder!

Die Ehe Stomberg-Klaassen  bestand also bereits am Hochzeitstag aus sechs(!) Personen!

Mit Enne hatte Antje dann acht gemeinsame Kinder-Stomberg:

  • Enne Heeren Stomberg (1901-1903)
  • Hauko Stomberg (1903-1967); acht Kinder mit Hilke Hildrichs Peters in Hinte
  • Enne Heeren Stomberg (1905-1989); zwei Töchter in Pewsum
  • Minna Greta Heeren Stomberg (1906-1985) heiratete Poppe Jacobs Boomgaarden und schenkte ihm in Pewsum sechs Kinder
  • Andreas Heeren Stomberg (1908-1952); kinderlose Ehe in Pewsum mit Margaretha Vriederika Albrechts Willms
  • Anette (Netti) Heeren Stomberg (1910-2010); emigrierte mit Daniel Buss (Ehe: 1930/Upleward) in die USA und hatte sechs Kinder. Starb 2010 mit 100 Jahren!
  • Jacoba Stomberg (1911-1915)
  • Fockje Aggen Heeren Stomberg (1912-1993) heiratete Reemt Harms Bartels aus Wirdum und hatte mit ihm sechs Kinder in Jennelt.

Antje Stomberg geb. Klaassen starb am 30. März 1916 in Manslagt, in ihrem 43. Lebensjahr.

Enne Heeren Stomberg (1868-1959) heiratete noch ein weiteres Mal. Am 21.08.1926 wurde in Manslagt die Witwe Eta Jacobine Waagenaar geb. Reemtsma (1877-1960) seine dritte Ehefrau.

Diese Ehe blieb zwar kinderlos, aber das Paar durfte noch die "Silberne Hochzeit" feiern.

Noch 1993 war das blumengeschmücktes Grab von Antje Aggen Klaassen (1874-1916), neben dem ihres Mannes und dessen dritter Ehefrau, auf dem Manslagter Friedhof zu finden.

Danach wurde es aber irgendwann aufgehoben, denn ca. 2012 war es nicht mehr zu finden!


5.

Generation

"Klaassen"

Unser Großvater, Meme Agge Klaassen (1897-1970) wurde als zweiter vorehelicher Sohn von Antje Aggen Klaassen (1874-1916) in Manslagt (angebliches Geburtshaus) geboren. Er besuchte die Manslagter Volksschule (Foto von ca. 1905).

Seine beiden Voramen wurden seit mind. 300 Jahren(!) durchgängig "weitervererbt"!

Am 01. September 1917 heiratete unser Opa in Manslagt in seiner ersten Ehe die Hinderine Janshen Helmers (1897-1963) aus Groothusen.

Der Heiratsurkunde ist zu entnehmen, dass Meme "zum Heeresdienst einberufen", also Soldat des 1. Weltkrieges war! Lt. seinem Führungsbuch aus dem 2. Weltkrieg war er vom 05.11.1916 bis September 1919 Soldat im Heer des Deutschen Reichs.

Trauzeugen waren Memes Stiefvater, Enne Heeren Stomberg (seine Mutter war bereits verstorben) und der Brautvater, Jan Helmers.

Trotz einer Tochter wurde die Ehe bereits am 14.04.1920 wieder geschieden. 

Die  dann älteste Tochter unseres Großvaters müsste zwischen 1917 und 1920 als "Klaassen" zur Welt gekommen sein, hat aber nach der erneuten Heirat ihrer Mutter wohl den Namen ihres Stiefvaters angenommen.

Ich hoffe sehr, irgendwann auch diesen Familienzweig kennenlernen zu dürfen...!?

Knapp zwei Monate nach seiner Scheidung, am 12. Juni 1920, heiratete Meme Agge Klaassen in Greetsiel erneut.

Dieses Mal wurde unsere Großmutter, Johanna Hinderks Jürgens (1896-1981), Tochter des Arbeiters Gerhard Haßler Jürgens und Trientje Andreessen Janshen Boomgaarden, seine Frau.

Zwischen 1920 und 1928 wurden dem Paar drei Töchter und die Zwillinge Gerhard (unser Vater) und Menno geschenkt.

Auch der 1941 von der Tochter Antje vorehelich geborene Sohn Johann Klaassen wuchs auch bei seinen Großeltern in Hauen auf. Leider verunglückte er 1971 tödlich.

Meme verstarb 1970 in Greetsiel, zwei Monate bevor er mit seiner Frau das Fest der goldenen Hochzeit feiern konnte!

Über vierzig Jahre nach seinem Tod erzählte man mir noch von der Liebe zu seiner Frau und wie besorgt Meme um sie war!

Auch in der Traueranzeige kann man erkennen, dass unsere Großmutter sich dieser Fürsorge sehr bewusst war!


Bis Mitte der 1960-ger Jahre lebten Meme Agge Klaassen und Johanna Hinderks Klaassen geb. Jürgens mit ihrer Familie über vierzig Jahre in einer Hälfte eines von Bauern Peters gemieteten Arbeiterhauses in Hauen (siehe rechts).

Wegen Verkauf des Hauses verzog das Paar zur ältesten Tochter Antje, nach Pilsum-Neu Etum. Generationskonflikte zwangen unsere Großeltern zu ihrem letzten gemeinsamen Umzug nach Greetsiel.

Dort zwangen sie Generationskonflikte aber bald zu einem erneuten Umzug. In der Mühlenstraße, im großen Haus der damals 100-jährigen Witwe de Beer, verlebten sie ihre letzten gemeinsamen Jahre. Heute (2012) befindet sich in ihren ehemaligen Wohnräumen eine Gemäldegalerie.


Meme war in und um Greetsiel/Hauen ein außerordentlich bekannter und beliebter Mann, ein friesisches Original! In seiner Nachkommenschaft wird dieses einfachen Mannes gerne gedacht!

Heinz Kramer aus Hinte malte ihn mit Jan Müller, Jacob Boomgarden und Wilm Bakker vor der Greetsieler Kirche sitzend, wo sich die Freunde im Alter täglich zu treffen pflegten. 

Meme ist dem Betrachter mit einem Schnapsgläschen zuprostend dargestellt.

Kramer erzählte, dass sich die Herren nicht kostenlos hätten malen oder zeichnen lassen wollen! Zuerst hätte er dem Quartett eine Flasche Schnaps spendieren müssen.

Wahrscheinlich war unser Opa der Rädelsführer!? Die Rache eines Künstlers fällt dann eben so aus!

Das Gemälde war 1994 Teil einer Wanderausstellung in der Krummhörn und wurde in den regionalen Zeitungen unter Nennung der dargestellten Personen beschrieben.

Der Künstler fertigte mindestens drei Kopien an, die alle in Besitz unserer Familie sind. Das „erste“ Original war 2012, wie mir auf Nachfrage mitgeteilt wurde, im Magazin der Hinter Mühle eingelagert.

Im Jahr 2012 besetzte ich mit meinem Bruder die Bank an der Kirche...

In einem Bericht der Emder Zeitung vom 29.Mai 2019 erkennt man das Gemälde noch auf einem Foto. 

Nach dem Tod ihres Mannes verzog unsere Oma in das kleine Doppelhaus am Greetsieler Schöpfwerk (linke Hausseite) um. Hier verlebte sie ihre letzten Jahre.

Meme hatte aber auch noch weitere Freunde und Nachbarn in und um Greetsiel.

Zeitungsberichte zu unserem Opa!

(Zum vergrößern oder stoppen, klicken Sie auf das Foto)

Großvaters militärischer Lebenslauf

Bei der "Deutschen Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der deutschen Wehrmacht", kurz WAST, beantragte ich den millitärischen Lebenslauf meines Großvaters.

Ich musste mich ca. 1 Jahr gedulden und sollte auch nicht zwischenzeitlich nachfragen! Dann wurde mir das beantragte für damals 16€ (8€ pro DIN A4-Seite) aber zugesandt.

Die WAST wurde zum 01. Januar 2019 ins Bundesarchiv überführt und dennoch kann man noch immer die Informationen zu direkten Vorfahren, mit dem Hinweis auf eigene Familien- oder Ahnenforschungen, erhalten.

Die aktuellen Kosten sind nun der entsprechenen Kosten-verordnung zu entnehmen, um die ich mich ja nicht mehr kümmern muss...


6.

Generation

"Klaassen"

Gerhard Jürgens Klaassen

(1928-1966)

Unser Vater, Gerhard Jürgens Klaassen (1928-1966), wurde in Hauen bei Greetiel geboren.

In Greetsiel ging er zur Schule und in Pilsum  machte er bei er Firma Herlin bis Oktober 1946 seine Ausbildung zum Zimmerer. In seinem Lehrbetrieb musste er bestimmt auch mauern, denn als Maurer verdiente er später seinen Lebensunterhalt. In den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gelangte er über das Rheinland nach Ladbergen im Münsterland.

Dort heiratete er am 11.05.1954 unsere Mutter, Else Auguste geb. Brundiek (1937-1999) aus Kattenvenne.

Mit Erkältungssymtomen brach er im März/April des Jahres 1966 seine Arbeit ab.  Seine gesundheitliche Zustand verschlechterte sich stetig und im Grevener Krankenhaus entwickelte sich seine Krankheit zur Lungen- und Herzbeutelentzündung.

Am 25. April 1966 starb er mit nur 38 Jahrenim Grevener Krankenhaus.

Else Auguste geb. Brundiek

(1937-1999)


7.-9.

Generation

"Klaassen"

Die momentan letzten Täger unseres Familiennamens:

die Nachkommen meines Bruders Ulrich

Die Familie von Ulrich Gerhard Klaassen (1954-2018)

und die meinen...

Die Familie Eckhard Menno Klaassen (*1960), noch ohne die jüngste Enkeltochter

Bis hierher wurden zuletzt die Nachkommen von Agge Mehmen Klaassen (1849-1913) und Hauke Ehben Okkenga (1841-1918) aus der 3. Generation beschrieben, die unseren Familiennamen in unterschiedlichsten Schreibweisen führten.

Weitere Namensträger-Klaassen der jüngeren Generationen sind nur in der Nachfolge von Johann Klaassen (1941-1971), dem vorehelichen Sohn der Antje Janssen Klaassen (1920-1991) möglich (siehe 5. Generation). Johann hatte um 1969 (in Clausthal-Zellerfeld?) Heidi Neumann geheiratet, die ihm um 1970 erst den Sohn Ulrich und dann die Tochter Michaela schenkte. Beide wurden als Klaassen geboren, jedoch später, als ihre Mutter eine zweite Ehe einging, wohl adoptiert. 

Es bleibt mir nur zu hoffen, sie irgendwann einmal kennenlernen zu dürfen!?