KLAASSEN


Jan Tjaden beschreibt in seinem Buch, "Ostfriesland; Vom Leben unserer Vorväter zwischen Meer und Moor" die Ostfriesen als:

Zielstrebig, beharrlich und unaufgeregt, Eloquenz ist wenigen gegeben, nüchtern ist ihr Urteil, bisweilen auch sarkastisch, ausgeprägte Selbstständigkeit und Entschlusskraft, "Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott", als Pioniere die ihre Grenzen hinausschieben prädestiniert

Ich sehe hier das ein oder andere Mitglied unserer Familie trefflich beschrieben...


Wappen Nr. 13/2021

(Niedersächsische Wappenrolle)

Ursprünglich, jedenfalls lt. heutigem Forschungsstand, stammen meine/unsere väterlichen Vorfahren aus dem Südbrookmerland, einem moorigen Gebiet bei Aurich. Sie waren dort wohl vielfach in der Moorkolonisation beschäftigt, um die eigene Scholle zu erarbeiten. Im Moormuseum von Moordorf kann man heute noch einen Eindruck von dieser schweren Arbeit gewinnen und ein kleiner Handyfilm vom "Ewigen Meer" soll die Schönheit des Moors, aber auch die Mühsal unserer Vorfahren verdeutlichen.


Erste Nennung: Nach der Weihnachtsflut vom 25. Dezember 1717 wurde, um die riesigen Schäden dieser Flut beseitigen zu können, im Jahr 1719 eine Kopfsteuer/Kopfschatzung ausgeschrieben.

In Wiegboldsbur wurden registriert:

Mögliche, unter 12-jährige Kinder wurden hier aber nicht genannt! Weil bis zu den Zeiten als Napoleon auch in Ostfriesland regierte (1806 - 1813)  die patronymische Namensvergabe üblich war, hießen unsere frühesten Vorfahren nicht Claassen oder Klaassen, sondern wurden nach ihren jeweiligen Vätern benannt!

Ein Sohn der Eheleute Peters-Tiarts hieß deshalb Peter HINRICHS (1726-1768). Er begründete mit Aeltje (Altjen) geb. HINRICHS (1726-1799) seine eigene Familie in Wiegboldsbur und auch deren Kinder wurden wieder patronymisch, dieses Mal „PETERS“, benannt.

Um 1760 verzog die Familie nach Victorbur, wo dann die jüngeren Kinder des Paares geboren wurden. Peter wurde dort im Folgenden als „erbgesessener Hausmann“ bezeichnet, obwohl ein "Erbgesessener" eigentlich jemand war, der sein Zuhause von den Vorvätern ererbt hatte...


Ein Urhof unserer Familie in Ost-Victobur:

Peter Hinrichs (1726 - 1768) musste, wie alle Hausbesitzer, ab 1768 sein Haus in Ost-Victorbur (Ost-Victorbur Nr. 63, später Nr. 61) gegen Feuer versichern. "Friedrich der Große" hatte diese sicherlich sehr sinnvolle Versicherung für alle Hausbesitzer verpflichtend angeordnet! Peter Hinrichs starb im selben Jahr und seine Frau heiratete erneut (Weet Janssen). Mit ihrem zweiten Mann führte sie den sicherlich noch kleinen Hof weiter. Durch die Unterlagen der Ostfriesischen Brandkasse konnte ich trotz der weiteren Bebauung und der mehrfach veränderten Nummerierung von Ost-Victorbur den Nachfolgehof als einen ersten, heute noch bestehnden Urhof unserer Familie feststellen.

  • Jibbe Peters (1765-1808), der jüngste Sohn von Peter Hinrichs, erbte die Hofstelle seiner Eltern.

Anfangs wurden seine Nachkommen patronymisch "Jibben" genannt, alle Familienmitglieder erwählten sich aber in der Folge von Napoleons Gesetzgebung und wohl wegen des ausgeübten Berufs den von da an bleibenden Familiennamen "Zimmermann". Jibbe und seine Nachkommen hielten den Urhof bis Ende des 19. Jhds. in Familienbesitz! Dann wurde der Hof an die Familie Aden veräußert.

  • Ein Nachkomme-Zimmermann, Edo mit Namen, führte in Aurich sehr erfolgreich die Gaststätte/Hotel "Goldener Hirsch" mit angeschlossener Hengststation (heute: Arno´s Hirsch). Die Hengststation wurde später in Moordorf weitergeführt und Edo Zimmermann war in und um Moordorf eine sehr bekannte Persönlichkeit, ein "Moordorfer Original"!
  • Eine Suurhuser Gaststätte wurde von Edo´s Bruder Heye und nach dessen Tod von Heye´s Sohn, ebenfalls ein Edo Zimmermann, geführt.

 

  • Claes Peters (1761-1798), der ältere Bruder von Jibbe Peters und mein direkter Urahn, wird die Hofstelle verlassen haben? Seine Nachkommen wurden patronymisch "Claassen" genannt. Dieser Name wurde dann zu unserem bleibenden Sippennamen (mit diversen Schreibvarianten).

Auf einer alten Karte von ca. 1870, ist die Lage der Besitzungen >Zimmermann-Jibben Erben (Nr. 59)<, bzw.  >Ede Jibben-Zimmermann (Nr. 61)< in Ost-Victorbur zu sehen.

Ganz in der Nähe (in der Karte: oben-rechts) wohnte auch eine Familie "Kuhlmann". Claes Peters heiratete 1789 die Antje (Ancke) Aggen Cuhlmann, Tochter von Agge Harms Culemann und Deepke Lübben. Hier wird mindestens eine verwandtschaftliche Verbindung bestanden haben!

Foto-links von Thomas Peters; Dankeschön!

Die Familie von Peter Hinrichs

Ausschließlich Peter Hinrichs Söhne Claes (mein direkter Vorfahre) und Jibbe, erreichten das Erwachsenenalter. Nur sie begründeten ihre eigene Familien. Bei ihren jeweiligen Hochzeiten (beide 1789) wurden Claes als ältester und Jibbe als jüngster Sohn ihrer Eltern in die entsprechenden Kirchenbücher (Victorbur bzw. Marienhafe) eingetragen.

Eine Tafel mit fünf Nachkommengenerationen von Claes Peters; "Claassen/Klaassen" (Stand 2016) finden Sie hier. 

  • Weitere Nachkommen auf Anfrage (Datenschutz!).

Eine Tafel mit fünf Nachkommengenerationen von Jibbe Peters; "Jibben und Zimmermann" (Stand 2016) finden Sie hier. 

  • Weitere Nachkommen auf Anfrage (Datenschutz!).

Claes Peters (1761-1798), der namensgebende Urahn des Verfassers:

Claes musste die o. g. Hofstelle wohl als "weichender Erbe" verlassen. Seine Nachkommen führten zuerst das Patronym "Claassen". Nach dem Code Napoleon, der u. a. auch feste Familiennamen vorschrieb, wurde das Patronym zum bleibenden Sippen- oder Familiennamen.

Claes wurde am 10. Dezember 1761 in Victorbur als viertes Kind von Peter Hinrichs (*1720/Wiegboldsbur) geboren. Am 17. Mai 1789 heiratete er dort die Antje (Ancke) Aggen Cuhlmann, Tochter von Agge Harms Culemann und Deepke Lübben.

  • Agge taucht in den Victorburer Rechnungebüchern häufig auf und sein Bruder gehörte zu den Ursiedlern und Begründern der Gemeinde Moordorf.

Claes Peters starb bereits nach neuneinhalb Ehejahren, mit gerade 37 Jahren, an der Schwindsucht (Tuberkulose). Zwischen 1790 und 1797 wurden ihm und seiner Frau fünf Kinder geschenkt. Antje (Ancke) Aggen Cuhlmann heiratete nach dem frühen Tod ihres Mannes nie wieder! Sie wurde 45 Jahre später, am 23.11.1843, als "Claes Peters Witwe, gestorben mit 83 Jahren", ins Kirchenbuch eingetragen!

Einen "schnellen Vorfahrenbericht der A. A. Cuhlmann" finden Sie hier.

CLAASSEN oder KLAASSEN

(und andere Schreibweisen)

Die Familie von Claes Peters und Antje (Ancke) Aggen Cuhlmann

(im Ortssippenbuch von Victorbur, Nr. 4252)



Es gibt keine "richtige" Ur-Schreibweise unseres Familiennamens!

In Ostfriesland war bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts (die Zeit Napoleons) die patronymische Namensvergabe üblich. Namen setzten sich aus dem persönlichen Vornamen und dem vom Vornamen des Vaters abgeleiteten Partonym zusammen. Der Kaiser aller Franzosen machte jedoch am 18. August 1811 per Dekret (Beschluss, Verordnung) auch den Ostfriesen die Annahme fester Familiennamen zur Pflicht! Jedes Familienoberhaupt konnte sich einen neuen Namen wählen oder den bisherigen weiter nutzen. Die ganze Familie musste diesen Namen aber von da an gebrauchen!

Die Schreibweise unseres Namens erfuhr viele Variationen!

Formen mit "sh" oder "hs" wechseln sich unregelmäßig und ohne Begründung ab.

Diese Schreibweisen beruhen auf Verständnis- bzw. Transkriptionsfehlern von der Kurrent- oder Sütterlin-Schrift. Doppelt oder einfach geschriebenes "a" oder "s" bzw. Schreibweisen mit "ß" sind zum Teil im "Wissen" oder "nicht Wissen" der Schreiber begründet.

Rechtliche Grundlagen zur heutigen Schreibweise.


 

Ein Wappen für die Nachkommen von Claes Peters:

In Zusammenarbeit mit einem Heraldiker stiftete ich im Jahr 2013 ein eigenes Familienwappen und ließ es in der niedersächsischen Wappenrolle registrieren.

Zum Weihnachtsfest 2013 erhielt ich den Wappenbrief.

Alle Nachkommen (weibliche und männliche) von Claes Peters dürfen, solange sie noch Klaassen  oder Claassen heißen, das nebenstehende Wappen führen und gebrauchen.

Weitere Schreibweisen sollen auch nicht zum Auschluss von der Wappenführungsberechtigung führen!

Erklärung unseres Wappens:

(klicke auf das Foto)

Die Form eines zugemauertern Eingangs an der Victorburer Kirche findet sich auch in unserem Familienwappen wieder.


1.

Generation

"Claassen"

 

nach Claes Peters

Unser Alturgroßvater (4x Ur-), Agge Claassen (1795-1886), war eines der jüngeren Kinder von Claes Peters und der Antje (Ancke) Aggen Cuhlmann.

In der Ahnenreihe des Verfassers war er der erste Claassen"!

Ein älterer Bruder war von seinen Eltern ebenfalls Agge genannt worden. Dieser starb aber im Jahr seiner Geburt. Auch eine Schwester starb als Kleinkind!

Die Taufpaten von Agge d. J. waren: Agge Harms Cuhlmann (Großvater- mütterlicherseits), Dirkje Harms "Cuhlemann"(Tante?) und Gesche Aggen Cuhlemann (Tante!).

Wie seine Geschwister hatte auch Agge seinen Nachnamen noch gemäß der alten, patronymischen Regel (Claassen = Sohn/Kind des Claes) erhalten. Alle übernahmen das Patronym "Claassen" in der Folge des "Code Napoleon" zum festen und bleibenden Familiennamen. Auch weitere Nachkommen mussten diesen Namen von da an führen.

Agge war Arbeiter in Victorbur und Ost-Victorbur und wohl hauptsächlich in der Landwirtshaft und Moorkolonisation beschäftigt.

Aus den Ortssippebüchern von Victorbur (oben) und Engerhafe (unten).


2.

Generation

"Klaassen"

 

nach Claes Peters

Unser Altgroßvater (3x Ur-), Mehme Heien (Janssen) Aggen Klaassen (1826-1880), wurde in Victorbur als Sohn von Agge Claassen und Jevste (Casjens) Mehmen geboren (OSB-Victorbur, Nr. 717).

Ende 1848 beabsichtigte er zu heiraten, denn seine Braut war schwanger! Mir liegt die Kopie eines Briefs vom königlichen Confissoriums zu Aurich vom 30. November 1848 vor (siehe links).

Dem Dienstknecht "Mehme Claashen" zu Uthwerdum wurde unter Auflagen eine Eheerlaubnis erteilt. Der ihm noch fehlenden Religionsuntericht sollte bald möglichst nachholt werden und Mehme sollte durch die Konfirmation Mitglied der christlichen Kirche geworden sein!" Religionsuntericht und Konfirmation müssen innerhalb des Monats Dezember 1848 stattgefunden haben, denn bereits am 30. Dezember 1848 heiratete Mehme in Victorbur die Fockje Albers Ocken, Tochter von Ocke Alberts Ocken und Christiane Mehmen Daniels.

Nach knapp zwei Monaten, am 27. Februar 1849, wurde dem jungen Paar ihr erstes von acht gemeinsamen Kindern, Agge Mehmen Klaassen, geboren.

Mehme Heien (Janssen) Aggen Klaassen starb am 10. Juni 1880 Victorbur.


3.

Generation

"Klaassen"

 

nach Claes Peters

Unser Altvater (2x Ur-), Agge Mehmen Kaassen (1849-1913), wurde im Februar 1849 als ältester Sohn von Mehme Heien (Janssen) Aggen Klaassen und Fockje Albers Ocken in Uthwerdum bei Victorbur, gerade noch ehelich geboren.

Noch in Victorbur heiratete er 1872 die Dienstmagd Hauke Ehben Okkenga aus Manslagt.

Vielleicht sollte Hauke den Haushalt ihres mittlerweile verwitweten Vaters führen, denn kurz nach ihrer Hochzeit verzog das junge Paar nach Manslagt in die Krummhörn. Dort wurden ihm drei Töchter geschenkt.

Am Heiligen Abend (24.12.) des Jahres 1913 verstarb Agge Mehmen Klaassen in Manslagt und am 25. Juli 1918 folgt ihm seine Frau in die Ewigkeit (Greetsiel).


  • links: Ahnentafel,
  • Mitte: Taufeintrag von 1764,
  • rechts: Heiratseintrag von 1766

Einer der mütterlichen Urgroßväter von Hauke Ehben Okkenga konvertierte 1764 in Engerhafe unter Tränen vom Judentum zum christlichen Glauben.

Der Sohn von Samuel Victor und Marele Levi aus Grimersum wurde nach seiner Taufe Wilhelm oder Wilhelmus Eberhard (oder Everhard), Wilhelm Everhard Wilhelms und/oder Wilhelmus Eberhard bzw. Everhard genannt.

1766 heiratete er in Engerhafe in seiner 2. Ehe die Antje Cornelius aus Upende.


4.

Generation

"Klaassen"

 

nach Claes Peters

Unsere Urgroßmutter, Antje Aggen Klaassen (1874-1916), war die zweite von insgesamt drei Töchtern des Agge Mehmen Klaassen und der Hauke Ehben Okkenga in Manslagt geboren und sie war die zweifache, unverheiratete Mutter von:

  • Agge Maenen Klaassen (1895-1959)
  • Meme Agge Klaassen (1897-1970)

Am 19. Mai 1900 heiratete sie in Manslagt den Enne Heeren Stomberg aus Groothusen in dessen zweiter Ehe. Enne hatte aus einer früheren Ehe mit Greetje Gerdes Beekhuis (1894/Manslagt) ebenfalls zwei kleine Kinder:

  • Motje Stomberg (*12.01.1896/Manslagt)
  • Jacob Stomberg  (*08.10.1896/Manslagt)

Die Ehe Stomberg-Klaassen  bestand also bereits am Hochzeitstag aus sechs(!) Personen!

Mit Enne hatte Antje dann noch acht gemeinsame Kinder-Stomberg:

  • Enne Heeren Stomberg (1901-1903)
  • Hauko Stomberg (1903-1967)
  • Enne Heeren Stomberg (1905-1989)
  • Minna Greta Heeren Stomberg (1906-1985)
  • Andreas Heeren Stomberg (1908-1952)
  • Anette (Netti) Heeren Stomberg (1910-2010)
  • Jacoba Stomberg (1911-1915)
  • Fockje Aggen Heeren Stomberg (1912-1993)

Antje Stomberg geb. Klaassen starb am 30. März 1916 in Manslagt, in ihrem 43. Lebensjahr.

Enne Heeren Stomberg (1868-1959) heiratete noch ein drittes Mal. Diese Ehe blieb zwar kinderlos, aber das Paar durfte noch die "silberne Hochzeit" feiern.

Noch 1993 war ihr blumengeschmücktes Grab, neben dem ihres Mannes und dessen dritter Ehefrau, auf dem Manslagter Friedhof zu finden. Danach wurde es aber irgendwann aufgehoben, denn ca. 2012 war es nicht mehr zu finden!


Überhaupt nicht despektierlich wurde mir zu Beginn meiner Familienforschungen einmal erzählt: "Ach, das war die Familie mit Deinen, meinen und unseren Kindern!" Und das stimmte ja dann auch!


5.

Generation

"Klaassen"

 

nach Claes Peters

Unser Großvater, Meme Agge Klaassen (1897-1970) wurde als zweiter vorehelicher Sohn von Antje Aggen Klaassen (1874-1916) in Manslagt (angebliches Geburtshaus) geboren.

Seine Voramen wurden seit mind. 300 Jahren(!) durchgängig "weitervererbt"!

Er besuchte die Manslagter Volksschule (Foto von ca. 1905).

Am 01. September 1917 heiratete unser Opa in Manslagt in seiner ersten Ehe die Hinderine Janshen Helmers, geboren am 29. Mai 1897 in Groothusen. Der Heiratsurkunde ist zu entnehmen, dass Meme "zum Heeresdienst einberufen", also Soldat des 1. Weltkrieges war! Lt. seinem Führungsbuch aus dem 2. Weltkrieg war er vom 05.11.1916 bis September 1919 Soldat im Heer des Deutschen Reichs.

Trauzeuge war Memes Stiefvater, Enne Heeren Stomberg (seine Mutter war bereits verstorben). Der Brautvater Jan Helmers wurde ebenfalls als Trauzeuge ins Heiratsregister eingetragen.

Trotz einer Tochter wurde die Ehe bereits am 14.04.1920 wieder geschieden. Die  älteste Tochter unseres Großvaters müsste zwischen 1917 und 1920 als "Klaassen" zur Welt gekommen sein, hat aber nach der erneuten Heirat ihrer Mutter den Namen ihres Stiefvaters angenommen.

Ich hoffe sehr, irgendwann auch diesen Familienzweig kennenlernen zu dürfen...!?

Knapp zwei Monate nach seiner Scheidung, am 12. Juni 1920, heiratete Meme Agge Klaassen in Greetsiel erneut.

Johanna Hinderks Jürgens (1896-1981), Tochter des Arbeiters Gerhard Haßler Jürgens und Trientje Andreessen Janshen Boomgaarden, wurde seine zweite Ehefrau und unsere Großmutter.

Zum Ende der sechziger Jahre mussten Meme und seine Frau, alle ihre Kinder hatten eigene Familien begründet, zur ältesten Tochter Antje nach Neu-Etum ziehen. Ihr seid 40 Jahren bewohntes, aber gemietetes Haus in Hauen wurde an einen Norderneyer Künstler verkauft.

Generationskonflikte zwangen sie aber bald zu einem letzten gemeinsamen Umzug.

In der Greetsieler Mühlenstraße, im großen Haus der damals 100-jährigen Witwe De Beer nahmen Meme und seine Frau ihre letzte gemeinsame Wohnung. Heute (2012) befindet sich in ihren ehemaligen Wohnräumen eine Gemäldegalerie.

Meme verstarb 1970 in diesem Haus, zwei Monate bevor er mit seiner Frau das Fest der goldenen Hochzeit feiern konnte!

Meme war in und um Greetsiel/Hauen ein außerordentlich bekannter und beliebter Mann, ein friesisches Original! In seiner Nachkommenschaft wird dieses einfachen Mannes gerne gedacht!

Heinz Kramer aus Hinte malte ihn mit Jan Müller, Jacob Boomgarden und Wilm Bakker vor der Greetsieler Kirche sitzend, wo sich die Freunde im Alter täglich zu treffen pflegten. Meme ist dem Betrachter mit einem Schnapsgläschen zuprostend dargestellt. Kramer erzählte, dass sich die Herren nicht kostenlos hätten malen oder zeichnen lassen wollen! Zuerst hätte der Künstler dem Quartett eine Flasche Schnaps spendieren müssen. Seine Rache fiel dann eben so aus! Das Gemälde war 1994 Teil einer Wanderausstellung in der Krummhörn und wurde in den regionalen Zeitungen unter Nennung der dargestellten Personen beschrieben. Der Künstler fertigte mindestens drei Kopien an, die alle in Besitz unserer Familie sind. Das „erste“ Original war 2012, wie mir auf Nachfrage mitgeteilt wurde, im Magazin der Hinter Mühle eingelagert. Meme hatte aber auch noch weitere Freunde und Nachbarn in Greetsiel.

Nach dem Tod ihres Mannes verzog unsere Oma in das kleine Doppelhaus am Greetsieler Schöpfwerk (linke Hausseite) um. Hier verlebte sie ihre letzten Jahre.

Über vierzig Jahre nach seinem Tod erzählte man mir noch von der Liebe zu seiner Frau und wie besorgt Meme um sie war! In der Traueranzeige kann man erkennen, dass unsere Großmutter sich dieser Fürsorge sehr bewusst war!

Zeitungsberichte zu meinem Opa!

(zum vergrößern oder stoppen, klicken Sie auf das Foto)

Großvaters militärischer Lebenslauf


6.

Generation

"Klaassen"

 

nach Claes Peters

Unser Vater, Gerhard Jürgens Klaassen (1928-1966), wurde in Hauen bei Greetiel (siehe rechts) geboren. In Greetsiel ging er zur Schule und in Pilsum  machte er bei er Firma Herlin bis Oktober 1946 seine Ausbildung zum Zimmerer. In seinem Lehrbetrieb musste er bestimmt auch mauern, denn als Maurer verdiente er später seinen Lebensunterhalt.

In den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gelangte er über das Rheinland nach Ladbergen im Münsterland. Dort heiratete er unsere Mutter, Else Auguste geb. Brundiek (1937-1999) aus Kattenvenne.

Mit Erkältungssymtomen brach er im März/April des Jahres 1966 seine Arbeit ab.  Seine gesundheitliche Zustand verschlechterte sich stetig. Im Grevener Krankenhaus entwickelte sich seine Krankheit zur Lungen- und Herzbeutelentzündung. Am 25. April 1966 starb er mit nur 38 Jahren.


7.-9.

Generation

"Klaassen"

 

nach Claes Peters

Die letzten Täger unseres Familiennamens in der Nachfolge von Agge Mehmen Kaassen (1849-1913) sind:

die Nachkommen meines Bruders

Die Familie von Ulrich Gerhard Klaassen (1954-2018)

und die meinen...

Die Familie Eckhard Menno Klaassen (*1960)